Außer Betrieb

Und ich dachte ich hätte es übertaucht.

Diese Woche mussten wir ein Kind wegen Durchfall aus dem Kindergarten abholen lassen. Auf Nachfrage erzählte er uns, dass ihm in der früh schon schlecht war aber die Mama hätte ihm irgendeinen Saft gegeben und gesagt das würde schon wieder werden.

Es kam wies kommen musste: Im laufe der Woche erreichten uns die Anrufe von Eltern die ihre Kinder aufgrund von Durchfall nicht in den Kindergarten brachten. Und dann hats mich auch noch erwischt.

Jetzt schmeißt meine Kollegin alleine die Gruppe.

Die Moral von der Geschichte: Es bringt nichts ein krankes Kind in den Kindergarten zu schicken. Wir lassen es abholen und dann muss sich nicht nur eine betroffene Familie mit der Pflege eines kranken Kindes beschäftigen sondern mehrere. Und die restlichen Kinder werden von meistens nur mehr einer Person betreut.

Sommer, Sonne, Sonnenschein = Sonnencremezeit

Ich hatte gehofft die kühle schattige Zeit würde nie aufhören. Nicht nur weil ich die Hitze nicht wirklich gern hab und eher ein Wintermensch bin sonder auch weil das eincremen der Kinder sehr viel zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt.

Vormittags ist die Sonnenzeit kein Problem, die Kinder werden von den Eltern mit Sonnenschutz und eingecremt gebracht (oder auch nicht aber das liegt in ihrer Verantwortung). Über Mittag gehen wir nicht hinaus, da die Sonnenstrahlung da am stärksten ist und wir mit Mittagessen, Ruhe- und Freispielzeit im Innenbereich beschäftigt sind. Am Nachmittag wirds dann interessant.

Bei uns läuft ein normaler Nachmittag so ab:

Zwischen Mittagessen und Jause werden drei unserer Kinder geholt, das heißt wir jausnen mit bis zu 22 Kindern. Theoretisch jausnen wir und gehen dann gleich hinaus sofern es das Wetter zulässt. Das heißt wir brauchen ungefähr eine halbe Stunde für die Jause und dann nochmal ungefähr eine viertel Stunde um abzudecken, aufzukehren, Sessel raufzustellen, Tische zu wischen und uns anzuziehen damit wir rauskommen um die restlichen KollegInnen zu unterstützen bzw damit die AssistentInnen Zeit genug haben um das Geschirr waschen zu gehen.

Erfahrungsgemäß brauche ich mindestens 1 Minute pro Kind – meistens etwas länger weil wir die Zeit auch nutzen um zu tratschen und mir die Kinder auch gerne ihre kleinen Schrammen zeigen und mich bitten dort besonders aufzupassen. Es ist kein Problem die Kinder dazu zu bekommen mich eincremen zu lassen, es wirkt sogar als würde es der großteil genießen und sie nehmen dafür auch Anstellzeiten in Kauf (auch wenn ich ihnen anbiete weiter zu spielen und erst zu kommen wenn ich „frei“ bin). Das heißt also ich muss nur die pure Eincremzeit nehmen, also im Extremfall 20 Minuten wenn ich nach der Jause eincreme – da noch mindestens zwei Kinder direkt nach der Jause geholt werden. Die Zeit der Jause verlängert sich so von insgesamt 45 Minuten auf 65 Minuten.

Wenn genügend Personal vorhanden ist, ist das alles kein Problem. Denn dann cremt eine von uns ein während die andere die hauswirtschaftlichen Tätigkeiten erledigt. Oft passiert es allerdings das ich allein bin und dann wirds brenzlig im Sommer.

Was ich damit sagen möchte: So ein bissl eincremen von „ein paar“ Kindern passiert auch bei uns nicht einfach so nebenbei. Jeglicher Zusatzaufwand ist mit Zeitaufwand verbunden. Zeit die anderswo verloren geht.

Wenn dann ein Elternteil morgens kommt und sagt: „Ich habs heut morgen einfach nicht geschafft. Sie haben ja eh die Sonnencreme für den Nachmittag, schmieren sie ihn doch einfach ein bevor sie rausgehn.“ und wieder geht, fühle ich mich gelinde gesagt verarscht. Was ganz anderes ist: „Ich habs heut morgen nicht geschafft ihn einzucremen. Kann ich mir eure Sonnencreme ausborgen und das noch schnell hier machen?“ Ich kann mich glücklich schätzen – dieses Jahr bin ich mit meiner Elternarbeit so erfolgreich gewesen, dass bei uns nur Eltern der zweiten Sorte anzutreffen sind.

Auch beim abholen zeigen die Bezugspersonen der Kinder unserer Gruppe Verständnis und Wertschätzung für den zusätzlichen Aufwand. Wir haben einige Eltern die bei der Tür reinkommen während ich am eincremen bin und sagen: „Oi! Ich hoffe du hast die Maria noch nicht eingeschmiert, das kann ich gleich übernehmen.“ oder: „Ah bin ich knapp zu spät oder genau richtig?“ All das freut mich, weil ich weiß diese Eltern sehen, das es für uns ein extra Aufwand im Sommer ist – genauso wie die ständige Kapperlsuche übrigens :). So hat die Eincremerei wenigstens einen guten Aspekt, neben dem Schutz der empfindlichen Kinderhaut.

In diesem Sinne wünsch ich Ihnen schöne Sonnentage und eincremen in der früh nicht vergessen 😉

Konsequenzen

Alles im Leben hat welche.

Warum mich das Thema beschäftigt: Ich habe eine Diskussion auf Facebook verfolgt in der es darum ging was ein Kind daraus lerne wenn es aufgrund Fehlverhaltens an die Seite gesetzt wird. Grundtenor war: nichts. Oder: das es lernt, dass es mit seinem Charkater nicht akzeptiert und aus der Gruppe ausgestoßen wird.

Ich denke, das Kind lernt auf jeden Fall etwas. Nämlich das sein Verhalten Konsequenzen hat. Dies ist in der Kindheit so und das trifft auch im späteren Leben zu.

Kinder sind im Kindergarten um zu lernen. Und da wir uns in einer Gesellschaft befinden in der es gewisse Regeln zum Zusammenleben gibt sollte auch vermittelt werden, das Fehlverhalten Konsequenzen hat. Nun wer bestimmt was Fehlverhalten ist? Ganz einfach. Die gesellschaftlichen Normen.

In unserer Gruppe wird das folgendermaßen ausgelebt: Bis auf das eine Verbot (siehe letzter Blogbeitrag) werden die Gruppenregeln gemeinschaftlich besprochen und die Konsequenzen festgelegt. Wir halten diese Abmachungen grafisch fest und die Kinder unterschreiben mit ihrem Namen oder Finger- bzw. Handabdruck, je nach Zusammenstellung der Gruppe. Meistens haben die Kinder schon sehr genaue Vorstellungen davon was in einer Gemeinschaft nicht gestattet werden sollte: jemand anderem nichts wegnehmen, nichts kaputt machen, niemandem absichtlich wehtun. Aber auch was wünschenswert wäre: einander helfen und trösten, aufeinander acht geben, kleinere Aufgaben übernehmen.

Bei den Konsequenzen sind die Kinder meist strenger als ich das wäre und ich versuche meistens diese ein wenig abzuschwächen. Von nie mehr damit spielen dürfen bis zu einsperren habe ich da schon einiges gehört. Zumeist einigen wir uns darauf, dass das betroffene Kind erinnert wird an die Regel und danach eine zweite Chance bekommt. Erst danach greift die nächste Konsequenz – oft ein Verbot für einen gewissen Zeitrahmen.

Die Kinder lernen also, dass es gemeinsame Regeln gibt bei denen sie auch mitentscheiden dürfen, was ich besonders wertvoll für die demokratische Erziehung halte. Nun wenn ein Kind sich absolut nicht daran hält und nach mehrfacher Erinnerung, kurzen Konsequenzen und vielen Gesprächen noch immer „Fehlverhalten“ zeigt in dem es zum Beispiel die Werke anderer Kinder mutwillig zerstört, soll ich dem Kind dann wirklich sagen: „Hey alles voll lässig. Das ist für alle in Ordnung. Nur weil jetzt die anderen Kinder weinen muss dich das nicht betreffen. Du bist toll so wie du bist!“ – und dann regen sich Leute auf über Tyrannenkinder und die verweichlichung unserer Jugend wenn sie doch mal ein strenges Wort vernehmen.

Von mir hören die Kinder: „Was du eben gemacht hast ist nicht in Ordnung. Setz dich an den Tisch. Ich komme zu dir sobald ich mich um die anderen Kinder und das Chaos gekümmert habe.“

Wenns ein Tag voller Anstrengungen war hören sie manchmal auch: „Maria! Das hab ich dir heute schon dreimal erklärt. Setzt dich jetzt an den Tisch!“

Die Kinder wissen, dass ich sobald ich mich um die Wiederherstellung der „normalen“ Gruppensituation gekümmert habe zu ihnen komme um mit ihnen zu sprechen. Wenn es zum wiederholten male vorgekommen ist kann es auch sein, dass das einige Minuten dauert, weil ich selbst auch nachdenken muss wie ich mit der Situation am besten umgehe.

Also ja. Bei mir sitzen manchmal Kinder auf einem Sessel und warten darauf, dass wir über Geschehenes sprechen. Wer das als traumatische Strafe betrachtet dem muss ich auch sagen: Ja. Bei mir werden Kinder bestraft. Weil ich nicht dafür verantwortlich sein möchte, dass ich Kinder in die Welt entlasse die vom gesellschaftlichen Zusammenleben nichts verstehen. Die anderen Menschen Dinge wegnehmen weil sie sie haben wollen und das okay finden. Die anderen weh tun und nie gehört haben, dass das nicht geht.

Wir bereiten Kinder auf das Leben vor. Das Leben ist manchmal hart und im Leben muss man sich an gewisse Spielregeln halten. Was passiert wenn die Menschen das nicht lernen sehen wir an den Vereinigten Staaten von Amerika.

Kleiner Nachsatz: Was ich mit meinen Konsequenzen nie tun möchte ist ein Kind in seiner/ihrer Würde verletzen. Deshalb ist es mir auch ganz wichtig das sie verstehen: Nur weil jemand etwas gemacht hat, dass den Regeln oder Gesetzen widerspricht, heißt das nicht, dass dieser jemand ein schlechter Mensch ist. Das was er oder sie getan hat, war nicht okay – aber das erlaubt mir nie ein Urteil über den Menschen als ganzes zu fällen. In Kindersprache: Maria, du bist wirklich ein toller Mensch und du kannst vieles sehr gut. Zum Beispiel hilfst du immer gern den jüngeren Kindern beim anziehen, das ist toll und dafür schätze ich dich sehr. Aber, dass du heute schon zum dritten Mal das Bauwerk von Erik zerstört hast, ist nicht okay. Kannst du mir bitte erzählen warum die das machst?

Mein einziges Verbot

Wir haben die Regeln für unser Zusammenleben großteils gemeinsam aufgestellt. Bei ein paar wie zum Beispiel rennen im Gruppenraum hab ich ein wenig in die (für mich richtige) Richtung urgiert. Aber im Endeffekt waren wir uns einig was uns wichtig ist und wie wir es ahnden.

Es gibt nur ein einziges Verbot das von mir persönlich ausgeht und hinter dem ich auch stehe: Wir verwenden keine Waffen. Keine Spielzeugwaffen, keine Bausteine gebaut zu Waffen, keine Bananenwaffen, keine Fingerwaffen oder sonst irgendwelche. Wir schießen nicht.

Jetzt merke ich bei vielen Facebookdiskussionen, dass ich mit diesem Verbot auf einer sehr extremen Seite stehe. Viele sagen: „Lasst Jungs doch Jungs sein.“ „Entwicklungspsychologisch gesehen ist ein Verbot sogar schlecht.“ oder „Verbote reizen nur noch mehr.“

Ich bin ein recht reflektierter Mensch und denke über solche Argumente natürlich nach – habe auch recherchiert und einige Arbeiten gefunden in denen beschrieben wird wie wichtig Spiele mit Waffen für Kinder sind. Ich habe aber auch einige Werke gefunden die beschreiben, das es nicht störend und auch nicht unbedingt notwendig ist, das Kinder mit Waffen spielen.

Ein wichtiger Teil meines Lernbegriffs ist die Vorbildwirkung. In meiner Gruppe bin ich das größte Vorbild. Das soll nicht überheblich wirken aber ich merke wie mich Kinder nachahmen, ich merke und freue mich darüber das Kinder bei all meinen Angeboten gern dabei sind und das mir Kinder gerne helfen. All das zeigt für mich, dass sie mich gern haben und mich als Vorbild sehen.

Nachdem ich in meiner Freizeit überhaupt nichts gegen Wasserpistolen, Nerfguns und Paintball spielen hab könnte ich mit den Kindern im Garten rumrennen und wir könnten uns gegenseitig abschießen. Die Kinder bewegen sich, sie üben ihre koordinativen Fähigkeiten und wir haben alle Spaß zusammen. Und dann wird eine/r getroffen und stirbt. – Ja. Das klingt nach ganz viel Spaß für mich. *sarkasmus*

Ich kann solch ein Spielverhalten einfach nicht unkommentiert stehen lassen, selbst wenn die Kinder sagen, sie sind dann nur verletzt ist diese Version eines Spieles für mich nicht akzeptabel. Und wenn noch so viele Entwicklungspsychologische Studien sagen, dass diese Spiele sich nicht auf die Gewaltbereitschaft der Kinder auswirken – ich habe noch keine gesehen die das so gut ausleuchten konnte das es für mich plausibel klingt. Wir machen Spaß aus verletzen und sterben und geben dem Täter oder der Täterin die Macht das zu tun.

Ich möcht ein Vorbild sein und den Kindern zeigen, dass Spaß auch ohne Waffen geht – Räuber und Gendarm mit fangen und in ein „Gefängnis“ zerren, solche Spiele mit Körperlichkeiten sind für mich voll in Ordnung. Kinder sollen wissen, dass Waffen und Gewalt eines der Wurzel allen Übels wenn nicht sogar das größte auf der Welt sind und darin bestärkt werden, dass sie die klügeren sind wenn sie das wissen und argumentieren können.

Wenn einzelne Kinder den Drang verspüren in der Gruppe mit Waffen zu spielen folgt als allererstes von meiner Seite ein Gespräch. Wir sprechen darüber warum sie das machen (meistens haben sie es bei älteren Kindern gesehen) und darüber ob sie noch wissen wie ich zu Waffen stehe. Gemeinsam finden wir Kompromisse und dabei sind die Kinder inzwischen sehr kreativ – da gibt es dann den Zauberstab der deine Gefühle verändert wenn die der Zauberspruch trifft oder den Schlauch der ein Feuer erzeugt mit dem sich ein Raumschiff vor dem anderen verteidigt.

Die Kinder können inzwischen alle sehr gut unterscheiden zwischen Waffe und Werkzeug denn wenn sie mit einer „Axt“ spielen ist das voll in Ordnung, die braucht man schließlich um einen Baum zu fällen.  Mein Verbot bringt Kinder dazu kreative Lösungen zu finden die für alle passen, es bringt sie dazu miteinander zu sprechen welche Spielvarianten sie finden können die nicht mit Waffen gespielt werden, aber trotzdem wild sind und vor allem bringt es sie dazu darüber nachzudenken was nicht so toll ist an Waffen und wofür sie stehen.

Das ist meine Meinung zum Spiel mit Waffen im Kindergarten.

Zuviele Feste im Kindergarten?

Seit Beginn meiner Praxis hinterfrage ich immer wieder die entstandene Tradition Familienfeste auch im Kindergarten zu feiern. Geburtstage, Muttertag, Vatertag, Ostern, Weihnachten,… all diese Feste empfinde ich als wichtig und auch die Aufarbeitung der Themen und Werte die dahinter stecken im Kindergarten. Was ich nicht ganz verstehe ist die Vehemenz mit der diese Feste von KollegInnen und Bezugspersonen in den Kindergartenalltag getragen werden.

Nehmen wir den Geburtstag:

Manche Kinder mögen es nicht besonders im Mittelpunkt zu stehen und fühlen sich sichtlich unwohl wenn ihr Geburtstag gefeiert wird. Oft wird das respektiert, aber oft ist es auch so, dass das „normale“ Geburtstagsprogramm durchgezogen wird: Geburtstagskreis, Fragen, Glückwünsche, Kuchen, Geschenke,…

Oder Ostern:

Ein Fest, dass mir zuhause immer viel Freude bereitet hat; wir waren beim Osterfeuer haben am nächsten morgen gemeinsam Osternester gesucht, Osterschinken gegessen und die Zeit gemeinsam genossen. Im Kindergarten feiern manche Kinder mit die mit dieser Tradition gar nichts anfangen können – sei es aufgrund des unterschiedlichen Glaubens oder weil ihre Eltern auf diese Feste verzichten.

 

Ich finde es schön wenn einem Kind zu seinem Geburtstag gratuliert wird und wenn ich merke es ist dem Kind wichtig würde ich ihm oder ihr auch den Morgenkreis widmen, aber dieses Kuchen mitbringen, mit Geschenken für die Gruppe übertrumpfen und das Kind oder auch nur sein oder ihr Fest den Tagesablauf bestimmen zu lassen finde ich geht einen Schritt zu weit.

Und zu Ostern: Ich finde es wichtig über Feste und deren Inhalte und vermittelte Werte zu sprechen aber das eigentliche Fest würde ich in der Familie belassen. Dort können die Eltern mit ihren Kindern entscheiden wie vertieft sie es thematisieren und wie bedeutend es sein soll.

 

All diese Feste beanspruchen viel Zeit und Vorbereitung. Zeit und Vorbereitung die in die individuelle Förderung von Kindern oder die Entwicklung der Gruppendynamik gesteckt werden könnte. In meinen Augen ist das, mit dem derzeitigen Personalschlüssel, zumeist dringender notwendig. Und nachdem nicht alle Kinder diese Feste genießen und nicht alle Familien diese Feste feiern wäre es meiner Meinung nach zumindest eine Überlegung wert sie zu deziemieren. Was uns oft daran hindert ist die eigene romantische Vorstellung wie es für uns als Kinder war – ich nehme mich hier nicht aus – ich mochte Geburtstage in Kindergarten und Schule nie und bin daher ziemlich sicher auch nicht objektiv.

Es wäre schön wenn wir als PädagogInnen den Mut hätten und auch spüren dürften, dass wir diese Abläufe für unsere Gruppe ideal gestalten könnten. Leider stehen dem oft Ansprüche der Leitungen, KollegInnen und auch Eltern im Weg die nicht immer den genauen Einblick haben um auch wirklich beurteilen zu können ob es für die Konstellation an Kindern sinnvoll ist 25 Tage im Jahr damit zu verbringen Geburtstage zu feiern wenn 14 davon viel glücklicher damit wären ihren Geburtstag mit den 3 eingeladenen Freunden zu hause zu feiern und den eigentlichen Tag auch gern und gut „normal“ begehen können.

Muttertag. Oder: Wie meine Mama zu pflegen sagt…

Seit einigen Wochen ist das dominierende Thema in PädagogInnenforen der Muttertag und was genau geschenkt und wie gefeiert wird (ja es gibt Muttertagsfrühstücke für Leute die das nicht kennen). Das ist etwas, dass ich persönlich in der Entscheidung der Familie belassen würde.

Meine Mama sagt immer: Wenn eine Mutter einen Muttertag braucht um von ihren Kindern zu hören wie lieb sie sie haben, dann ist schon etwas falsch gelaufen.

Und so habe ich versucht, dass auch den Kindern zu vermitteln – nämlich, dass sie ihrer Mama/ihrem Papa/ihrer Bezugsperson nicht nur an diesem einen Tag ein Geschenk machen können und ihnen sagen wie lieb sie sie haben sondern auch an jedem beliebigen anderem Tag.

Ja. Wir haben trotzdem etwas gestaltet und ein kleines Lied gelernt, weil die Vermittlung wie wichtig uns unsere Großen sind etwas essentielles ist und der Muttertag einen Anlass bietet. Aber wir versuchen diese Themen bewusst nicht zu groß aufzubauschen um den Bezugspersonen nicht etwas vorzusetzen, dass sie vielleicht gar nicht wollen. In wenigen Jahren werden vermutlich viele kleine Briefbeschwerer und andere Basteleien schweren Herzens aussortiert werden müssen 😀

Einem Kind zu vermitteln, wieviel Freude es jemandem macht etwas nettes zu hören, dass ist mein erklärtes Ziel rund um diesen und ähnliche Tage. Was bleiben sollte ist die Überzeugung und das Wissen:  Wir lieben unsere Mamas. An jedem Tag des Jahres. Mit Geschenken, ohne Geschenken und auch wenn wir uns manchmal schwer tun es zu sagen.

Ich und meine Liebe zu den Wörtern – und was das mit so einigen Kindern macht

Die Kinder meiner Gruppe sind ganz besonders gefordert. Ich verwende nämlich nicht immer nur kindgerechte Sprache. Damit meine ich jetzt nicht Schimpfwörter – die werden natürlich verwandelt – einfach für die Alltagssprache etwas ungewöhnlichere Wörter. Die sind meine große Leidenschaft. Gar nichts großes, aber optimal, nonverbale Kommunikation, frustriert, Kooperation, abstrakt, implodieren, konform, logisch, Inspiration,… so etwas in der Richtung rutscht mir des öfteren über die Lippen.

In der Ausbildung haben wir gelernt wie wichtig die kindgerechte Ausdrucksweise ist, aber in der Praxis durfte ich feststellen wieviel spannender es ist auch immer wieder Ausdrücke zu verwenden die Kinder noch nicht kennen. Die meisten wissen aus dem Zusammenhang was ich meine und entwickeln so ein großartiges Gefühl für Sprache und Satzbau. Und dann gibt es etwas, dass mich immer ganz besonders freut, so wie die Situation letztens:

Ich saß im Garten und durfte noch die letzten Atemzüge meiner Pause genießen, die Kinder sahen mich aber schon. Ich wollte noch einen Bissen von meiner Obstjause machen als ein Kind auf mich zukam und mich bat doch bitte mit zu kommen um ein Sandkunstwerk zu bestaunen. Meine Antwort war: „Ich komme gerne in wenigen Minuten, aber ich möchte wirklich gerne zuerst noch meine Jause essen sonst implodiert noch mein Bauch.“ (Dass das physikalisch gar nicht möglich gewesen wäre unter den gegeben Umständen ist eine andere Geschichte) Worauf das Kind entgegnete: „Was heißt implodieren?“

Und genau diese Neugier und das geweckte Interesse an Worten und der Sprache beflügelt mich doch immer wieder meine Sprechgewohnheiten manchmal einfach durchscheinen zu lassen.

Ich musste die genaue Definition übrigens später googlen, denn mit der Erklärung „das Gegenteil von explodieren“ war das Kind absolut noch nicht zufrieden gestellt.