Aber ihr putzt doch nicht selber!?

Viel gelernt habe ich im Bereich Elternarbeit. Schon in der Schule war das der Bereich der mir die größten Sorgen bereitet hat. Die Ansprüche von Eltern sind meist hoch und das Verständnis eher niedriger angesiedelt. Zudem verhalten sie sich in vielen Momenten wie Kinder: austesten bis zur äußersten Grenze.

Ein Beispiel: In unserem Haus ist es gewünscht bis 8:45 in der Gruppe zu sein. Die Gründe dafür: Ermöglichung einer ungestörten Freispielzeit in der das pädagogische Team Angebote setzen und beobachten kann ohne durch weiter Ankünfte unterbrochen zu werden, die Kinder an Zeitabläufe zu gewöhnen, was auch in der Schule wichtig sein wird und eine gemeinsam Jause abzuhalten, bevor es wieder Zeit wird fürs Mittagessen.

Den Eltern wurde das im September beim Elternabend mitgeteilt und auch erläutert warum. Bis heute kommen (immer die selben) Eltern mit ihren Kindern zu spät.

Ich bin der Meinung ein gute Zusammenarbeit mit den Eltern zu haben, trotzdem fehlt mir das Verständnis und das oben genannte Beispiel ist eines von einigen. Hauptgrund dafür ist, meines erachtens, der mangelnde Einblick in unser Berufsbild.

Bestätigt hat diese Aussage eine Mutter als sie mir erklärte ihr Kind würde an den Tagen des Notbetriebs im Sommer sicher kommen. Denn putzen könnten wir doch auch in der Zeit in welcher der Kindergarten geschlossen hat. Ich erklärte ihr, dass wir unseren Urlaub in den Schließzeiten konsumieren müssten und daher nicht in den Kindergarten putzen kommen könnten. Worauf die Mutter mit sehr großem erstaunen reagierte, denn sie war der Meinung, dass andere Menschen den Kindergarten für uns reinigen.

Natürlich ist das nicht in allen Kindergärten gleich, aber bei uns gibt es eine großartige Reinigungskraft die dich um Böden, Glasflächen und grobe Dinge kümmert. Für die Feinheiten im Gruppenraum und Garderobe, wie Staubwischen, Tische und Stühle sauber halten und vor allem für das Spielzeug sind wir selbst verantwortlich. In erster Linie übernimmt diesen Bereich meine Assistentin aber während der Putztage teilen wir uns diese Aufgaben ziemlich gerecht auf.

Diese Information war neu und die Reaktion auf die Schließtage danach eine eher nachdenkliche.

Daher liebe Menschen, nichts voraus setzen und gleich mal draufhaun (verbal natürlich) lieber mal nachfragen. Vielleicht löst die Antwort zumindest Verständnis aus – auch wenn die Mutter weiterhin nicht mit den langen Schließzeiten einverstanden sein wird so hat sie zumindest die Idee des Notbetriebs während der Putzttage verstanden.

Ahja…wenn sie jemand sind der ein Kind in den Kindergarten bringt: Die Einhaltung von Bringzeiten kann auch als Zeichen von Wertschätzung ausgelegt werden. Ihre Pädagogin/ihr Pädagoge wird es ihnen danken.

 

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