Antwort auf einen offenen Brief

Hier mal der offene Brief auf den ich mich beziehe:

http://mein-senf-zu-allem.weebly.com/blog/familienbilder-ein-offener-brief-an-alle-padagoginnen

Ersteinmal möchte ich zum Audruck bringen, dass es mich immer sehr freut wenn sich Menschen Gedanken über die Bildungsarbeit im Kindergarten machen. Hier mein Ketchup dazu:

Zuerst möchte ich die Situation bei uns in der Gruppe schildern die vielleicht eine besonderes ist, da wir eine Frau im Team haben die vor Kreativität nur so sprüht. Sie übernimmt fast alle kreativ gestalterischen Aufgaben mit den Kindern und diese reißen sich geradezu darum die nächsten sein zu dürfen bei jedem Werk das gerade ansteht. So auch heuer bei unseren Mutter- und Vatertagsgeschenken. Soweit ich das Geschehen beobachtet habe ist es für kein Kind Stress dieses Werk zu gestalten sondern sie sind alle mit Freude dabei. Was vermutlich auch daran liegt, dass die Kinder immer dann zum Gestalten gebeten werden, wenn sie gerade in keine andere Lernerfahrung vertieft sind.

Zur Herausforderung der Familienbilder die vom traditionellen Bild der Kleinfamilie mit Vater, Mutter und Kind(ern), abweichen habe ich mir gleich zu Beginn meiner Arbeit im Kindergarten Gedanken gemacht und bin auf für mich sehr spannende Widerstände gestoßen. Nicht nur im Team, also von anderen Pädagoginnen und Assistentinnen, kam der Wunsch den Muttertag aufrecht zu halten, auch von der Mehrheit der Eltern wurde dies gewünscht. Natürlich wäre es möglich mit viel Erklärungsarbeit, die Veränderung von Mutter- und Vatertag in zum Beispiel einen „Ich hab dich Lieb“ Tag für beide oder eben jemand ganz anderen zu wandeln. Hier gebe ich allerdings zu bedenken, was Pädagoginnnen bei sehr geringem Gehalt und Ausbildung im Alter zwischen 14 und 19 bereits alles zu leisten haben und wieviel mehr gesellschaftspolitische Verantwortung ihnen (uns) noch aufgelegt werden soll. In meinem Fall stehen mir 3 Stunden pro Woche zur Verfügung, um mich auf die Arbeit vor zu bereiten. Darunter fallen, unter anderem, die Planung für Aktiviäten mit den Kindern, Vorbereitung für eventuelle Elterngespräche, Gestaltung der Aushänge und Informationen, Einkäufe sowie   Überlegungen zur besonderen Förderun der einzelnen Kinder. Das ganze bei einem, wie in den letzten Tagen auch aus den Medien hervorgeht realtiv geringem Gehalt im Vergleich zu PädagogInnen anderer Altersstufen. Auch die Vor- und Nachbereitungszeit ist im Vergleich sehr gering.

Wie in früheren Beiträgen schon herausklingt wünsche ich mir mehr Zeit für die Vorbereitung und Reflexion – denn genau in solchen Zeiten können sich Aktivitäten, Angebote, Gespräche zur gesellschaftspolitischen Themen manifestieren. Mit der geringen Vorbereitungszeit die wir haben, greife auch ich oft zu altbekanntem Lied- und Spielgut, weil ich weiß es funktioniert und um die weniger Freizeit die dann noch bleibt genießen z ukönnen.

Die Kinder die mir anvertraut sind, begleiten mich sicher mehr als die 40 Stunden meiner Arbeitszeit und ich glaube ein wichtiger Aspekt warum dass so ist, ist mein Gefühl in den 3 Stunden nicht genug tun zu können um allen möglichst optimale Förderung zukommen zu lassen. Das dies nicht besonders förderlich ist und mich manchmal an meine Grenzen bringt erlebe ich bereits jetzt nicht mehr nur aus Erzählungen sondern am eigenen Körper und Geist.

Zum Abschluß noch ein Gruß an den Autor des offenen Briefes: Vielen Dank das Sie sich Gedanken über die Arbeit im Kindergarten machen. Es ist höchste Zeit, dass Menschen erkennen wieviel Potential in der Bildungsarbeit im Kindergarten noch nicht zu Tage getragen worden ist. Allerdings ist es auch an der Zeit zu erkennen warum.

 

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2 Gedanken zu “Antwort auf einen offenen Brief

  1. Danke für Ihre Reaktion auf meinen offenen Brief. Mir ist bewusst, dass Kindergarten- und HortpädagogInnen sowie KindergruppenbetreuerInnen ihre so verantwortungsvolle und wichtige BILDUNGSaufgabe unter den schlechtest möglichen Bedingungen absolvieren. Ich bin verblüfft, dass dies in den meisten Fällen nach wie vor so problemlos und qualitativ funktioniert. Aus meiner Arbeit in der Weiterbildung und der Supervision mit dieser Gruppe ist mir aber auch bewusst, dass es hier dringend Verbesserungen sowohl im finanziellen als auch im Arbeitszeit-Bereich braucht. Reflexion ist nur möglich, wenn es Zeit und Geld dafür gibt. Aus meiner Arbeit als Lehrer und Kindergruppenbetreuer kenne ich die Unterschiede dieser beiden Berufe aus eigener Erfahrung. Und ich weiß die umfassende Vor- und Nachbereitungszeit sowie die Zeit für die Reflexion, die ich als Lehrer hatte, zu schätzen.
    Wo ich unterwegs bin, hören das auch alle von mir.
    Von den PädagogInnen erwarte ich trotzdem, dass es die Reflexion dieser Gesellschaftsbilder gibt und dass den Kindern keine Stereotype vermittelt werden. Dann werden sie ihrer Bildungsaufgabe noch besser gerecht. Dazu brauht es auch den Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen, die deutschen KollegInnen zeiges es grade mal vor. Ich jedenfalls bin im Fall des Falles dabei!

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