Die putzen ja nur!

Ist die landläufige Meinung über HelferInnen im Kindergarten würde ich mal meinen.

Den unterschiedlichsten Gesetzeslagen ist es geschuldet, dass nicht einmal klar ist, wie diese zweite Person in der Gruppe bezeichnet wird. Früher war es die HelferIn, jetzt kann es eine pädagogische AssistentIn sein, oder eine KindergartenassistentIn oder eine BegleiterIn – je nach Ausbildung und Träger. Meine Kollegin ist laut ihrer Berufsbezeichnung eine pädagogische Assistentin. Was wie ich finde zumindest schon einmal besser klingt als Helferin.

Das nur mal zum warm werden für mich. Jetzt aber zur heißen Kartoffel:

Die (hauptsächlich) Frauen in diesem Beruf, leisten unbeschreibliches. Ich will versuchen einen Ausschnitt davon wieder zu geben was meine „Assistentin“ so übernimmt: Kinder empfangen und begrüßen, Information an die Eltern über tagesaktuelle Geschehen, Erinnerung der Eltern an Formulare, Koordination der Vor- und Zubereitung der gesunden Jause, kreative arbeiten mit den Kindern in Kleingruppen, Fingerspiele mit der Gesamtgruppe, musikalische Gestaltung des Tagesprogramms, Ideensammlung für anstehende Feste, Sauberkeitserziehung mit den Kindern, Reinigungstätigkeiten in der Gruppe, austeilen vom Essen, waschen des Jausen- und Mittagessensgeschirrs, Reinigung der verwendeten Materialien für kreative Tätigkeiten, Pritscheln mit den Kindern im Sommer und hier fällt mir nichts mehr ein aber ich bin sicher das war nicht alles.

Viele dieser Tätigkeiten decken sich mit meinen, trotzdem übernimmt meine Kollegin alle, wenn ich nicht abkömmlich bin. Sei es in der Arbeit mit den Kindern oder weil ich im Haus unterwegs oder einen Tag auf Zeitausgleich bin. Vielleicht ist es in unserer Gruppe eine besondere Situation, weil wir so harmonisch und ergänzend miteinander arbeiten. Aber abgesehen von Planung und Vorbereitung auf meiner Seite (wobei meine Kollegin sehr viele kreative Tätigkeiten auch selbst vorbereitet) und Wäsche waschen sowie Geschirr machen auf ihrer Seite, unterscheiden sich unsere Tätigkeiten kaum. Ich bin auch der Meinung, dass nur so sinnvolles Arbeiten möglich ist. In vielen Situationen bleibt keine Zeit um die Meinung der pädagogisch ausgebildeten Kollegin einzuholen – solche Situationen werden bei uns immer nachbesprochen und reflektiert. Vielleicht habe ich einfach Glück mit meiner Kollegin, aber wenn ich sehe was sie leistet und mit was für einer Freude sie das hinbekommt geht mir das Herz auf. Wenn ich dann aber höre was sie für diese Leistung monetär verdient, bereitet es mir innerliche Qualen.

Meine Kollegin leistet sicher so viel Bildungsarbeit wie ich – sie hat es vielleicht nicht gelernt, aber sie hat es sich durch Erfahrung, Einsatz und Beobachtung der vielen Pädagoginnen die mit ihr gearbeitet haben, erarbeitet. Die Kinder und ich sind dafür sehr dankbar. Aber mit Dankbarkeit alleine kann eine Familie nicht überleben.

Pädagogische Assistentinnen gibt es solche und solche. Aber selbst wenn sie „nur“  bei der Betreuung von Kindern unterstützen, nach Anweisung der KindergartenpädagoIn Spiele und Bastelarbeiten durchführen, für die Ordnung im Gruppenraum zuständig sind und engen Kontakt zu den Eltern pflegen (Quelle: http://www.bic.at/berufsinformation.php?brfid=752)  sollten sie zumindest soviel verdienen, dass sie sich auch selbst Kinder leisten können.

Es braucht eine einheitliche Ausbildung für Menschen die im Kindergarten tätig sind und damit einhergehend bessere Vergütung. Wer helfen will, kann damit anfangen sein/ihre pädagogische AssistentIn mal zu loben – vielleicht nicht nur persönlich, sondern auch gegenüber dem/der Vorgesetzten.

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