Konflikte im Kindergarten: Schauplatz Garderobe

Konflikte im Kindergarten sind vielfältig. Bekannt oder erahnbar sind Konflikte unter den Kindern, unter KollegInnen, mit der nächsten Ebene und mit Eltern.

Für mich ein sehr schwieriger Prozess war zu erkennen, dass es auch passieren kann, das Eltern die Konflikte ihrer Kinder mit den betroffenen Kindern austragen. Diese Entwicklung erachte ich als eine gefährliche.

Als Beispiel – beim abholen rannte ein Kind weinend zu seinem Vater weil er kurz zuvor von einem anderen Kind „gehaut“ wurde. Die Situation war von der anwesenden Pädagogin schon gelöst worden und das Kind hatte sich sowohl entschuldigt als auch erklärt was zu dem Gefühlsausbruch geführt hatte. Der Vater sah das nicht ganz so und fragte nach welches Kind es denn gewesen wäre. Auf die Frage warum, antwortete der Vater er möchte dem Kind erklären, dass es so nicht geht und das er diesem Kind auf jeden Fall noch ins Gewissen reden möchte. Die Pädagogin erklärte sehr geduldig, dass sie dies nocht unterstützen möchte und das die Situation so weit auch geklärt sei. Sie werde das Gespräch mit den betreffenden Eltern noch suchen aber bat den Vater sich aus dem weiteren Konfliktverlauf herauszuhalten.

Ein weiteres Beispiel ereignete sich in der Garderobe in der zwei Elternteile einem Kind erklärten, dass sein Spielverhalten gegenüber ihren Kindern nicht gerecht sei. Auch in diesem Fall, wurde das Verhalten von der Pädagogin nicht gutiert und darum gebeten die Kinder ihre Konflikte selbst bearbeiten zu lassen, beziehungsweise bei Bedenken das Gespräch mit dem Fachpersonal zu suchen.

Diese Entwicklung ist für mich aus einer professionellen Sicht unverständlich. Natürlich verstehe ich den Drang der Eltern nur das beste für ihr Kind zu wollen, aber genau auf diesem Weg wird den Kindern jegliche Lösungskompetenz und die Förderung eines positiven Konfliktverhaltens abgesprochen. Angesprochen auf dieses Problem reagieren die meisten Eltern mit einer absoluten Verteidigungshalten die nur durch ein sehr vorsichtiges, empathisches Gespräch gelöst werden kann. Solch ein Gespräch kostet sehr viel Zeit, Zeit die dadurch nicht mehr mit den Kindern verbracht werden kann. Ich hoffe hiermit einen kleinen Anstoß liefern zu können, damit die Notwendigkeit Konflikte und Emotionen der Kinder auch aushalten zu können und einfach nur da zu sein um auf der Suche nach Lösungen zu unterstützen aber dem Kind nicht die eigene Lösungsidee überzustülpen.

Zur Veranschaulichung:

Konfliktbearbeitung

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