Sie hört einfach nicht.

Eine pensionierte Pädagogin macht sich Sorgen um die Zukunft der Kinder.

http://www.beobachter.ch/familie/erziehung/artikel/erziehung_warum-gehorchen-kinder-nicht-mehr/

Ich mir auch. Aber nicht weil Kinder nicht mehr gehorchen sondern weil Kinder keine Grenzen mehr lernen. Nein ich meine jetzt nicht eng gesteckte Verbote und Gebote was zu tun ist und was zu lassen ist aber was ich meine ist: Wenn wir uns etwas gemeinsam ausgemacht haben, dann halten wir uns daran und dann fallen auch Konsequenzen an wenn sich jemand nicht daran hält.

Im Rahmen der Möglichkeiten der Institution und im Rahmen der Möglichkeiten der Kinder versuche ich Mitbestimmungsmöglichkeiten im Alltag zu gestalten. Darunter fällt auch, dass wir uns Regeln zum zusammenleben gemeinsam ausmachen aber auch was passiert wenn sich jemand nicht daran hält. (Das ist übrigens ein Gespräch miteinander nur falls sich jemand Horrorszenarien von Kindern in Ecken mit Eselshüten ausgemalt hat.)

Die Kinder halten sich großteils an diese Regelungen und wenn nicht akzeptieren sie die Konsequenz. Ich will hier nicht lügen: Das war nicht einfach – es waren viele Gespräche notwendig und es war die ersten Tage/Wochen extrem anstrengend. Doch nach einiger Zeit werden die Erfolge sichtbar und wir haben mehr Zeit mit den Kindern aktiv zu arbeiten und sie zu fördern anstatt hinter ihnen her zu räumen und für körperliche Sicherheit zu sorgen. Sind wir dann an diesem Punkt werden die Regeln auch angepasst um kreativen Spielideen der Kinder Raum zu geben. Für die Kinder ist es kein Problem die Regeln zu re – evaluieren und für die Bedürfnisse der Gruppe an zu passen (mit unserer Hilfe).

In Elterngesprächen höre ich dann oft: „Zu hause ist xy sooo schlimm. Wie ist es mit ihm/ihr im Kindergarten?“

Oft sind diese Kinder im Kindergarten auch nicht die ruhigsten aber sie akzeptieren unsere Regeln und halten sich großteils daran. Deshalb ist mein erster Schritt nach solchen Aussagen die Konsequenz der Eltern zu beobachten. Zumeist ist meine Beobachtung relativ ernüchternd wenn ich nicht schon zuvor im klaren darüber war. Vielen Eltern fehlt die Kraft sich durch zu setzen und ihren Kindern Paroli zu bieten wenn diese unhöflich oder aggressiv reagieren.

Im Kindergarten ist es auch nicht immer leicht. Wenn ein Kind sich nicht an unsere  ausgemachte Regeln hält, einen Wutanfall oder Schreikrampf oder sonstiges hat bin ich auch nicht immer gut vorbereitet oder habe vielleicht meine Kopf einfach grade im nächsten Elterngespräch oder im Beobachtungsbogen oder bei den Förderaktivitäten des nächsten Kindes.

Deshalb ist mein erster Schritt mir selbst zu überlegen wie wichtig mir das Thema ist. Wenn ich es für den Moment außer acht lassen kann ohne dem Kind oder seiner Umgebung zu schaden und ich habe nicht den Kopf mich dem Thema sofort zu widmen lasse ich es vorbei gehen.

Ist es mir wichtig schreite ich ein. Dann bin ich aber auch konsequent daran und arbeite mit dem Kind bis wir eine Lösung gefunden haben die für beide akzeptabel ist.

Und das ist der Punkt: Wenn es mir wichtig ist bleibe ich dran. Diese Entscheidung müssen auch die Bezugspersonen treffen. Ist es mir wichtig das mein Kind mir zuhört muss ich das dem Kind sagen und mit ihm/ihr darüber sprechen wie damit in Zukunft umgegangen werden soll.

Aber weil ich um spätestens halb 6 die Tür hinter mir schließen kann und mich maximal noch in Gedanken mit Kindern beschäftige hab ich vermutlich leichter reden 🙂

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s