Früh zeigen sich…

…nicht nur Talente sondern auch Charakterzüge. Und manchmal nicht sehr nette. Jetzt erkenne ich bei einem der Kinder unserer Gruppe den Drang sich bei den wilderen Kindern zu profilieren und mit diesen eine Einheit zu bilden die Regeln nicht nur auf sehr störende Art und Weise umgehen wollen sondern sie auch jeden Tag aufs neue auszutesten.

Auf der einen Seite sollen wir Kinder fördern und individuell auf sie eingehen, auf der anderen Seite steht sie Schwierigkeit eine gute Gruppendynamik herzustellen. Aber ab wann ist es aber von meiner Seite her gerechtfertigt zu sagen, dass ist jetzt nicht mehr okay? Und wie weit greife ich in die Entwicklung des Charakters ein?

Ja. Ich finde es furchtbar sich jemandem anzubiedern um dem- oder derjenigen zu gefallen. Aber wenn es für dieses Kind die einzige Möglichkeit ist sich glücklich zu fühlen wer bin ich zu sagen, dass ist nicht okay?

Ziemliche Verantwortung wie ich finde.

Dazu gebe ich einen Dialog weiter den ich heute geführt habe:

„Lukas. Was ist los mit dir? Warum benimmst du dich so wild die letzten Tage?“

„Weil ich das das schlimmste Kind im ganzen Kindergarten sein will.“

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An dieser Stelle habe ich mal geschluckt. Die Moralkeule ist mir schon auf der Zunge gelegen und ich wollte zu einem Vortrag ansetzen. Glücklicherweise haben wir gemeinsam sehr viel über Kommunikation gesprochen und die Wichtigkeit von Fragen um etwas zu erfahren….

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„Aber warum denn?“

„Nur so. Dann wissen alle wer ich bin.“

„Hmmm. Das ist spannend. Aber willst du auch, das sich dann alle schrecken wenn du kommst und du sicher strenger beobachtet wirst von allen Erwachsenen?“

„Aber ich spiele so gerne Streiche!“

„Welche Streiche?“

„So mit einem Furzkissen und so…“

„Aber das ist doch in Ordnung. Das tut niemandem weh. Und Witze erzählen kannst du auch sehr gut. Du könntest nicht der schlimmste sondern der lustigste im Kindergarten werden – dann hätte auch niemand Angst vor dir sondern dann würden sich die Menschen freuen wenn du kommst.“

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In Retrospektive hätte ich gern, das Kind noch mehr reden lassen um dem ganzen noch tiefer auf den Grund gehen zu können. Leider war das nicht möglich und noch hat sich das Verhalten zwar nur minimal aber doch verändert.

Wenn ich darüber so reflektiere ist das eine ziemliche Verantwortung aber auch eine ziemliche Chance. Dieser Einfluß wird in meinen Augen oft unterschätzt beziehungsweise nicht einmal gesehen. Er ist allerdings einer der vielen Gründe warum wir unbedingt die besten der besten PädagogInnen im Elementarbereich brauchen und langsam sollten wir uns mal in diese Richtung bewegen.

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