Wir wollen die Kinder toben lassen, verdammt.

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Wunderbar. Es wird geforscht im Elementarpädagogischen Bereich. Ich persönlich finde Herrn Aigner und Herrn Smidt von der Uiversität Inssbruck sehr sympathisch und es freut mich, dass sie sich bemühen. Da hörts aber auch schon auf.

Warum die ganzen Stereotypen? Wie kommt jemand überhaupt drauf, dass Männer mehr toben lassen und mehr Unordnung zulassen wenn es so wenig davon gibt? Welche Kindergartenpädagoginnen (vor allem welches Alter) wurde zum Vergleich herangezogen? In welchen Kindergärten wurde das ganze beobachtet? Gab es ähnlich viele Freiflächen und Räume zur Bewegung? Was für eine Position hatten die Pädagogen?

Ich kann mich natürlich als komplette Ausnahme deklarieren, weiß aber auch, dass das ebenso nicht den Tatsachen entsprechen würde. Am meisten verärgert mich dieser Absatz:

[…] dass, „Männer in der Kinderbetreuung andere Elemente in das pädagogische Feld einbringen, die sowohl für Kinder als auch für Kolleginnen bereichernd sind – etwa raumgreifendere und eher wettkampforientiertere Spielweisen“. Männer seien „toleranter gegenüber kindlicher Risikofreude und Unordnung und geradliniger in der Teamkommunikation“.

Solch eine Weiterverbreitung von Stereotypen Handlungsweisen und dies noch in einer Sprache die einen wirklich glauben lässt es wäre so, sollte in der heutigen Zeit schon längst überholt sein.

Was wir brauchen sind gute Rahmenbedingungen die es zulassen, dass Kinder ihre Bewegungsfreude und ihren Risikodrang ausleben können. Wenn ich Bewegungslandschaften gestalte und die Kinder von diversen selbst aufgebauten Gebilden springen lasse bewege ich mich in einem gesetzlichen Graubereich der bei Verletzung eine Anklage nach sich ziehen kann. Es muss nur einmal was passieren – viele ältere Kolleginnnen haben so etwas bereits erlebt und lassen weniger zu. Auch das sollte in einer Studie, die sich zu solchen Aussagen hinreißen lässt, Beachtung finden.

Natürlich sind Männer bereichernd – nicht weil sie klischeehafte männliche Rollenbilder in der Kindergarten tragen, sondern weil Diversität schon im Kindergarten er- und gelebt werden sollte.

Klischees bitte vor der Tür abgeben. Denn alle können alles sein und ein Mann hat nicht die Pflicht sich ständig messen zu müssen, Lautstärke kommentarlos auszuhalten und am Nachmittag eine Assistentin aufräumen zu lassen weil er selbst nicht darauf geschaut hat, dass die Kinder den Boden zum aufwischen freiräumen.

Kindergarten ist kompliziert und deshalb erwarte ich von Menschen die sich in aller Ruhe an einer Universität damit auseinandersetzen, dass sie sich die Zeit dafür nehmen und/oder Menschen mit einbinden die Erfahrung in der praktischen Arbeit haben.

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