Zum Tag des Kindes

Das klingt jetzt vielleicht etwas abwegig, aber mir scheint es als würden viele Eltern und auch PädagogInnen vergessen, dass sich zwar die Einstellung zum Kind ändert, nicht aber dessen Bedürfnisse.

Es wirkt auf mich als würde dem Kind zugemutet selbst zu wissen was es braucht, selbst zu wissen wo seine/ihre Stärken liegen und wie er/sie diese noch weiterentwickeln kann, wann auch immer Kinder das Gefühl haben sie wollen etwas bestimmtes essen oder trinken, sollen sie die Möglichkeit haben, denn sie wissen ja selbst was für sie am besten ist. Und ich schreibe hier absichtlich zugemutet; Kinder sind noch nicht so weit! Nicht umsonst fallen Menschen in die Kategorie der Nesthocker die noch einiges an Pflege bedürfen sobald sie das Licht der Welt erblicken.

WIR SIND VERANTWORTLICH!

Diese Verantwortung abzugeben und dem Kind aufzubürden empfinde ich als Frechheit. Nein, ich meine damit nicht, dass wir alles für die Kinder bestimmen sollen – natürlich kann ich mir ihre Meinung einholen und sie, ihrem Entwicklungsstand entsprechend, auch mitentscheiden lassen. Trotzdem werden die Rahmenbedingungen von den Erwachsenen bestimmt. Wenn ich also im Kindergarten erlebe wie Eltern ihren Kindern jeglichen Entscheidungsspielraum lassen und sich dann ärgern wenn das Kind natürlich noch auf den Spielplatz und dann zum Mäci gehen will und nicht mit der Mama noch einkaufen und dann Gemüselasagne kochen, kann ich nur den Kopf schütteln.

Als ausgewachsener, lange herangereifter Mensch ist es meine Aufgabe und ich möchte sogar sagen, meine Pflicht, den Kindern zu zeigen, was gut für sie ist. Sie natürlich auch in ihrer Entfaltung unterstützen, aber dazu gehört auch, dass ich zuhören und still sitzen kann wenn mir jemand etwas erzählt. Wenn die Basis fehlt, dann kann sich daraus nichts entfalten. Diese Basis muss in den ersten Lebensjahren von den Eltern, unterstützt vom pädagogischen Personal gelegt werden.

Und damit mein Statement: Kinder haben das Recht auf Erziehung! Vergessen wir das bitte nicht in all den Gesprächen über Selbstbestimmung – die Verantwortung über die Kinder liegt bei uns. Oder wie Michael Winterhoff schreibt: „Kindheit ist die einzige Zeit im Leben in der wir verantwortungs-los sein dürfen. Keine Last auf den Schultern, dafür Schutz und Anleitung durch Erwachsene […].“

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2 Gedanken zu “Zum Tag des Kindes

  1. Da kann ich nur zustimmen, auch wenn ich das Buch von Winterhoff nicht o toll finde. Zwar kann der Entscheidungsspielraum unterschiedlich groß sein, aber man darf dem Kind auch nur dann die Wahl lassen, wenn man mit der Entscheidung dann auch einverstanden ist. Und bei allem, was das Kind gefährdet (unmittelbar und mittelbar), da haben natürlich die Eltern die Verantwortung.

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