Sei frech und wild und wunderbar!

Dieser Spruch von Astrid Lindgren ist großartig!

Am liebsten würde ich ihn die ganze Zeit zu den Kindern sagen – aber wild kommt leider beim restlichen pädgogischen Personal nicht so gut an 😀

Leider reichen die Rahmenbedingungen für „wild“ vorne und hinten nicht und ich bin gerade in einer Zwicklmühle. Bei uns sind die Kinder nämlich gerade sehr wild! Das heißt wenn sie draußen sind und fangen spielen, wird gezogen, geschubst, gerangelt auf den Boden geworfen, drauf gefallen und so weiter. Die Gesichter der Kinder spiegeln wahre Freude und nachdem ich das ganze einige Male beobachtet habe und auf „Die Julia hat mich….“ mit einem sattelfesten „Ja, und du hast die Julia vorher…. Da ist scheinbar euer Spiel etwas wild geworden und wenn dir das nicht gefällt musst du ‚Stopp‘ sagen und nicht vorher damit anfangen.“ Bestimmen die Kinder die Grenzen ihrer Spiele klarer – was sie nicht weniger wild gemacht hat.

Wenn ich zusehe frage ich mich oft, wo die Kinder diesen extremen Bewegungsdrang hernehmen und wie weit ich sie gehen lassen darf. Am liebsten wäre mir ich könnte ihnen mehr Platz geben und weicheren Untergrund – dann wäre mir schon wohler. So befinde ich mich in einem extremen Graubereich diese Wildheit zu zu lassen – auf der anderen Seite: Wenn sich die Kinder nicht spüren dürfen und die Grenzen ihrer Belastbarkeit im Kindesalter nicht schon austesten können – wann dann?

Ich werde weiter auf die Kinder und ihre Fähigkeit ihre körperlichen Grenzen langsam zu erkennen vertrauen und eingreifen so früh als nötig aber so spät als möglich. Denn ich denke mir – ich war sehr wild als Kind, keine Staude, keine Gstätte war vor mir sicher und wenn ich das nicht auleben hätte dürfen, dann wäre ich noch patscherter als ich es sowieso schon bin. Ich war auch frech als Kind – hat mir mein Opa immer gesagt und obwohl mir das in meiner Karriere vermutlich nicht hilft, lässt es mich authentisch und meinem Rückgrat treu bleiben. Und ich finde so wie ich bin, bin ich wunderbar. Und all diese wundervollen Erfahrungen möchte ich meiner lieben Stadtkindergruppe auf keinen Fall vorenthalten.

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