Das Rätsel um die Ressourcen..

Wir sind ein mehrgruppiges Haus in dem jede Gruppe mit einer Vollzeit Pädagogin und einer pädagogischen Assistentin mit von Teilzeit bis fast Vollzeit besetzt ist. Zusätzlich gibt es zwei Springerinnen in Teilzeit die wir uns mit anderen Häusern teilen. Wenn Krankenstände anstehen sind wir es gewohnt, zwischen den Gruppen hin und her zu hüpfen, um uns gegenseitig so gut wie möglich zu unterstützen. Jede Gruppe verfügt über ein eigenes pädagogisches Konzept und einer Planung. Diese bleibt allerdings immer dann auf der Strecke, wenn wir in anderen Gruppen einspringen.

Wo sind die Ressourcen, über die alle sprechen?! Ja, wir sind ein Team von über 10 Menschen, aber wir haben auch die Verantwortung über 100 Kinder. Es gibt da einen Satz, den finde ich persönlich besonders toll hinsichtlich dieser Thematik:
„Wir haben so viele Ressourcen. Früher war es Usus, dass wir den ganzen Vormittag alleine in der Gruppe verbracht haben.“

Wir beginnen langsam, den Kindergarten als die Bildungseinrichtung zu etablieren, die er ist. Warum sollen wir uns dann wieder zurück in die Vergangenheit begeben? Es soll nicht Usus sein, dass wir alleine in der Gruppe stehen. Für jede Gruppe ist eine Pädagogin und eine pädagogische Assistentin zuständig. Punkt. Die Eltern, die Gesellschaft, das Unternehmen und die Kinder fordern einen gewissen Qualitätsstandard und adäquate Bildungsarbeit.

Dann gibt es da noch den tollen Widerspruch hinsichtlich der pädagogischen Assistentinnen. Vorweg möchte ich dazu sagen, dass wir mit unseren Betreuerinnen in einem tollen Team funktionieren und wir ihnen ohne Nachdenken, die gesamte Gruppe überlassen können.  Laut Gesetz dürfen sie allerdings nur mit einer Handvoll Kinder alleine sein.

hm.. das Gesetz..

Sehr unrealistisch hinsichtlich unseres Personalschlüssels. Zudem übernehmen die Assistentinnen beim Fehlen der Pädagogin, die gesamte pädagogische Arbeit in der Bildungszeit und das neben ihren üblichen Tätigkeiten. Honoriert wird das mittels Vorbereitungszeit, die die Assistentin gut geschrieben bekommt, wenn sie den ganzen Tag alleine die Gruppe geführt hat. Wenn allerdings eine Pädagogin von uns nur für wenige Stunden mithilft und ihre Gruppe ebenso „alleine“ lässt, fällt die Assistentin um ihre Vorbereitungszeit. Setzt man sich dafür ein, dass sie trotzdem monetär oder in Form von Stunden entlohnt werden, bekommt man als Antwort, dass die geringere Ausbildung diese Art der Entlohnung nicht rechtfertigt.

Ich habe mich schon oft gefragt, in welcher Form das gerecht ist. Wenig Personal vermindert in jeglicher Hinsicht die Qualität unserer Arbeit. Elementarpädagogik ist Bildungsarbeit, ganz klar. Allerdings wird es uns, dank des Gesetzes, sehr schwer gemacht qualitativ hochwertige Arbeit zu leisten. Nach der Alt Wien Kindergartenkrise, wurde angedacht, die Kindergartengruppen von 25 auf 30 Kinder zu erhöhen. Zum Glück wurde diese Diskussion bis zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr vertieft.

Ach ja..

..und fortlaufende Prestige Projekte, die uns Ansehen und Anerkennung verschaffen sollen, müssen natürlich während der ganzen Zeit weiterlaufen. Lasst das Gesetz gleich, aber baut die Gruppen und Planungen weiter aus. Irgendwann müssen wir doch mal an den Punkt kommen, wo selbst die ganz oben sehen, dass dieses Konzept so nicht funktionieren kann.
Deshalb: Aufstehen, auf Umstände zeigen, Öffentlichkeitsarbeit leisten, darüber reden. Weg von der Aufbewahrungsstätte und endlich hin zur Bildungseinrichtung.

 

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5 Gedanken zu “Das Rätsel um die Ressourcen..

    1. Alle Kinder sind verschieden und brauchen unterschiedlich viel Zeit, deshalb kann man eine Eingewöhnung nie nach einem bestimmen Modell vollziehen, dass vielleicht besagt die Eingewöhnung sei in einer Woche über die Bühne. Besonders in der Kleinkindgruppe ist es wichtig, dass auch die Eltern sich wohlfühlen. Der beste Weg ist ein offenes Gespräch mit der zuständigen Pädagogin. Erläutern Sie Ihre Bedenken und reden sie offen darüber. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ich schon auch Kinder erlebt habe, welche so einen klaren Schnitt brauchten. Nur sollte man das dann auch klar kommunizieren. Vielleicht gibts nur bei der Trennung Tränen und nach ein paar Minuten fühlt sich das Kind schon wieder ganz wohl in der Gruppe. Wenn es nicht von der Pädagogin selbst kommt, dann hinterfragen Sie das bei ihr im persönlichen Gespräch.
      Alles Liebe für Sie und Ihr Kind 🙂

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      1. Es ist natürlich immer schwer so eine Situation von außen zu beurteilen – trotzdem tut es mir leid, dass ihr offensichtlich nicht so tolle Erfahrungen sammeln musstet. Viel Glück und alles Gute, dass ihr bald den perfekten Platz für euch findet!

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