Teambuilding

Ja das gibts auch im Kindergarten. Und nicht nur bei den Erwachsenen. Wir PädagogInnen sind regelrechte Gruppendynamik ExpertInnen. Jedes Jahr aufs neue unterstützen wir bis zu 25 Kindern dabei ihren Weg in der Gruppe zu finden. Das ist auch jedes Jahr auf neue eine Herausforderung.

Diese Gruppenfindung findet nämlich nicht nur für die „neuen“ Kinder statt sondern dadurch, dass uns auch immer die großen verlassen, entwickeln sich ganz neue Strukturen. Selten geht da alles harmonisch zu und oft gibt es lautstarke Reibereien.

Warum ich das schreibe ist, weil es mir ganz wichtig ist den Kindern den Raum für diese Reibereien zu geben. Sie müssen sich untereinander ausmachen wem welche Positionen wichtig sind. Wer ist eher ruhig und hat es gern leise, wer spielt gerne in kleinen Gruppen und weiß noch nicht wie er oder sie den anderen klarmachen kann, dass zuviele Kinder in einem Bereich für ihn oder sie einfach eine Überforderung sind, welche Kinder haben innovative Spielideen und brauchen SpielpartnerInnen die auch mal ihren Regeln folgen?
All das wird gerade am Anfang mit lautstarken Worten und heftiger Mimik aber auch Gestik und manchmal auch körperlich ausgetragen. Klar. Wir müssen Grenzen setzen. Bei der Körperlichkeit um die Kinder untereinander vor Verletzungen zu schützen, bei zu starken Emotionsausbrüchen vor seelischen Verletzungen und nicht zuletzt müssen wir auch die Lautstärke manchmal unterbinden um unsere eigenen Ohren nicht zu sehr in Mitleidenschaft geraten zu lassen.
Manchmal mag so ein ausmachen von außen heftig aussehen. Vor allem wenn Eltern von jüngeren Kindern in der Gruppe sind, weil die Eingewöhnung noch nicht abgeschlossen ist. Allerdings ist es sehr wichtig, dass auch sie sehen das wir wissen wann unsere Unterstützung gefragt ist und wie weit es um einiges lehrreicher für die Kinder ist wenn sie die Möglichkeit haben sich das mal unter sich auszumachen.

Bei uns gehts grad ein bisschen lauter zu aber ich bin der Meinung die Kinder sind auf einem guten Weg. Sie unterstützen die jüngeren und versuchen auch ihre eigenen Bedürfnisse klar zu verbalisieren. Ein lautes „Halt die Klappe!“ hat heute ziemlich starken Eindruck hinterlassen, auch wenn ich danach thematisiert habe, dass es mir lieber wäre wenn die Kinder höflich bleiben würden – woraufhin aus dem vorigen Satz „Halt bitte die Klappe!“ wurde.

Wenn Sie also das Gefühl haben es geht zu wild zu – oder den Kindern ist langweilig weil sie ihren Platz noch nicht gefunden haben – sprechen Sie es unbedingt an aber haben sie bitte trotzdem etwas Geduld und Verständnis. Auch für uns ist die Zeit eine schwierige aber eine umso lohnendere wenn wir dann nach ein Paar Wochen eine großartige Gruppenstruktur erleben dürfen.

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