Bastelarbeitsbashing

Schablonenarbeit. Ja? Nein? Auf keinen Fall! Sicher, da wird allerhand geschult!

Dieses Thema wird in diversen Facebook Foren viel diskutiert und teilweise auf einem Niveau, dass es mit dem von PolitikerInnen aufnehmen kann.

Ich oute mich jetzt mal und schaue was passiert: Wir machen auch hin und wieder vorbereitete Schablonenarbeiten.

Und ich kann es mit gutem Gewissen vertreten. Die Kinder lernen feine motorische Tätigkeiten, sie konzentrieren sich sehr weil sie sich wünschen ihre Version möge ungefähr so aussehen wie der Prototyp (natürlich gibt es die Möglichkeit den ganz eigenen Handabdruck bei allen Werken in irgendeiner Art und Weise zu hinterlassen – trotzdem orientieren sich die Kinder gern am hergestellten Vorbild), sie haben die Möglichkeit sich auch mal nichts suchen zu müssen wenn ihnen mein: Langeweile fördert die Kreativität – Spruch auf die Nerven geht und last but not least ist es immer noch so, dass sich viele Eltern wünschen, dass gerade die Fertigkeiten die für die Schule gebraucht werden auch sichtbar geübt werden. Das sind nun mal: Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer und Feinmotorik.

Natürlich könnte ich das auch ganz individuell auf die Wünsche und Ideen des einzelnen Kindes angepasst machen – wenn die Zeit dafür wäre mit 25 Kindern zu besprechen ob, was und wie sie gerne kreativ gestalten würden. Abgesehen davon halte ich es für einige Kinder überfordernd neben der täglichen Arbeit an ihren sozialen und sprachlichen Kompetenzen dann auch noch diese Entscheidung treffen zu müssen. Die verantwortungslose Zeit der Kindheit soll in meinen Augen auch eine solche bleiben. Kinder die besondere Wünsche haben bringen diese von sich aus ein und ich bin mir sicher, dass sich manche auch einfach, wie oben schon erwähnt, auch mal berieseln lassen wollen. Warum auch nicht? Hab ich auch hin und wieder mal sehr gern 🙂

Was dabei unabdinglich bleibt ist das Prinzip der Freiwilligkeit. Wenn ein Kind nicht will, soll es nicht. Manchmal fällt es uns schwer, dies dann nicht als persönliche Beleidigung aufzunehmen weil wir ja viel Arbeit in die Aktivität gesteckt haben – trotzdem ist es immer wichtig sich in solch einem Moment zurück zu nehmen. Vielleicht, wenns grad passt, haken wir nach, warum das Kind nicht möchte, manchmal aber auch nicht. Meine Erfahrung dabei: Die meisten Kinder können es nicht erwarten eines der für sie vorbereiteten Werkstücke zu bearbeiten.

Während manche Pädagoginnen meinen, dies wäre weil wir sie ja in diese Richtung konditionieren – die vorgebauten Werke würden mehr gelobt werden und bekämen mehr Beachtung – dem kann ich in unserem Fall entgegensetzen: Auch selbst gestaltete Werke direkt von der Werkbank, erhalten bei uns verbalen Beifall und werden nach Wunsch ausgestellt. Ich sehe es als Wertschätzung den Kindern gegenüber, das ich ihnen auch mal etwas vorbereite dem sie einfach Schritt für Schritt nachgehen können. Als Ausgleich dazu haben die Kinder sehr viel Material, dass sie auch nach eigenen Ideen gestalten und verwerken können und auch da bieten wir gerne Unterstützung an. Die gelernten handwerklichen Tätigkeiten von der Schablonenarbeit können sie dabei gleich austesten und vertiefen.

Es geistert auch gerade ein Post auf Facebook (Link )in dem sich eine Mutter wünscht, die PädagogInnen mögen doch mehr hinausgehen und weniger basteln. Ja – wir gehen sehr gerne hinaus aber auch die Kinder mögen nicht immer. Wir sind mitten in der Stadt und unsere Spielfächen bereits bekannt – wenn herinnen ein Spiel für eine Gruppe spannender ist und ich den anderen ein kreatives Angebot zur Verfügung stellen kann – warum auch nicht mal einen Tag in der Gruppe bleiben. Im Grunde sollte es langsam zu einer Selbstverständlichkeit werden, dass wir in der Elementarpädagogik gut ausgebildetes Personal einsetzen können, dass sich an den Bedürfnissen der Kinder orientiert aber auch über genügend Fachwissen verfügt um zu erkennen wann auch angeleitete Angebote Platz haben.

Als Abschluß möchte ich sagen: sowohl angeleitetes als auch freies gestalten haben ihre Vor- und Nachteile und verdienen ein gewisses Maß an Wertschätzung.

 

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3 Gedanken zu “Bastelarbeitsbashing

  1. So genau möchte ich da als Mutter nicht einsteigen. Ich schätze die verschiedenen, vielfältigen Angebote, die mein Kind bekommt und sehe, dass es diese genießt. Ob es nun Schablonenarbeit ist oder nicht, darüber habe ich noch nie nachgedacht und das werde ich auch nicht. Ich finde auch, dass man als Eltern einige der Dinge, die einem fehlen, auch selbst mit seinem Kind machen kann.

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      1. Die Meinung vertritt auch eine Bekannte, die eine Kita leitet. Nämlich, dass die Kita nicht ALLES bieten muss. Es kann auch irgendetwas von den Eltern gemacht werden. Damit meint sie z.B. Theaterbesuche und ich stimme ihr zu.

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