Apropos Wertschätzung…

…als ich mir vor Kurzem eine Fernsehdebatte zum Thema Gewalt und Kommunikation ansah, blieb ich bei einem winzigen Satz hängen, der mich irgendwie berührte und mich in eine Gedankenspirale zog. Frau Heinisch Hosek meinte zu dieser Thematik man könne Gewaltfreie Kommunikation insofern bearbeiten, in dem man in Schulen und vor allem bereits im Kindergarten damit begänne, diese zu lehren beziehungsweise vorzuleben. Als ich das hörte dachte ich an meinen Beruf. Was sind meine Ziele in der Gruppe? Was möchte ich mit den Kindern erreichen? Wieviel Arbeit steckt eigentlich in meinem Tun mit den Kindern? … und dann wurde mir wieder bewusst, und das war wirklich schon notwendig, dass unsere Arbeit wirklich essentiell und elementar ist. Wir legen Grundsteine für den späteren Bildungsweg, wir geben den Kindern Raum die eigene Persönlichkeit in einem Gruppengeschehen wieder zu finden, wir sitzen die halbe Nacht an Texten, Kärtchen, Bildern uvm, um den Kindern den Zugang zu Themen zu erleichtern. Für mich ist es fast ein Privileg, so junge Menschen, ein Stück ihres Lebensweges begleiten zu dürfen und ihnen dabei spielerisch Zugang zu dieser großen Welt zu verschaffen.
Der Bildungsbereich Kindergarten, wird leider immer noch nicht zur Gänze als Bildungsbereich verstanden. Ich bin zu oft noch mit Menschen und Meinungen konfrontiert, die den Kindergarten als Aufbewahrungsstätte sehen und absolut keine Ahnung davon haben, was eigentlich hinter jeder einzelnen Gruppentür geschieht und da spreche ich noch gar nicht von Angeboten, sondern von ganz einfachen Alltagssituationen. Nehmen wir die Jause als Beispiel. Die Kinder lernen in der Gemeinschaft zu essen, zu teilen, ihren Platz sauber zu halten, Tischkonversation und im Allgemeinen, Regeln für ein angenehmes Miteinander. In dieser Sequenz, die im Alltag oft nur eine halbe Stunde dauert, sind allein schon viele Punkte der Förderung vertreten.
Ja, es gibt viele Schikanen. Wenn die Behörde wieder mal klopft und sich darüber beschwert, dass die Handtücher 3cm zu nah aneinanderhängen, es aber völlig in Ordnung ist, wenn ein/e PädagogIn alleine mit 25 Kindern in der Gruppe steht, weil wiedermal so massiver Personalmangel besteht. Ja, und es gibt immer noch die Stimmen die sagen „geh bitte was tust du? Spielen!“, aber genau dann dürfen wir uns nicht zurückziehen oder vielleicht noch Recht geben, genau das sind die Momente wo wir unserer Expertise Raum geben dürfen und zum Beispiel antworten könnten, dass wir gerne mit den Kindern spielen, denn das Spiel stellt für Kinder immerhin den Zugang zur Welt dar. Außerdem unterstützt es die Lernfreude, die Lernmotivation und damit die Neugierde und um all das zu erlangen, benötigt das Kind die aktive Unterstützung des pädagogischen Personals. Kinder können noch keine Textaufgaben lösen, ihre neuralen Bahnen sind erst im Aufbau und werden durch jede neue Aufgabe oder Entdeckung noch stabiler.

… und es würde noch so viel mehr geben, für das es sich lohnt sich selber und seinen Beruf wertzuschätzen…
An alle Pädagogen, PädagogInnen, pädagogische Assistenten und Assistentinnen, Leiter und Leiterinnen, an alle die den Kindergartenalltag mitgestalten… Ihr leistet fantastische Arbeit! Lasst euch nicht unterkriegen, stellt euch den Schikanen, schließt euch zusammen, sprecht miteinander, lobt euch gegenseitig und seid Stolz auf eure Arbeit.

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