Diese Kommunikation

Letzte Woche wars wieder soweit.

Auf einem der vielen Aushangwege ist etwas verloren gegangen. Genau gesagt hatte ich zwei Aushänge dazu angebracht, dass wir an einem Tag andere Öffnungszeiten haben als sonst.

Offensichtlich waren die nicht so gestaltet, dass sie auch leicht zu verstehen waren da drei Elternteile aus unserer Gruppe sehr verärgert waren als sie an betreffendem Tag darüber informiert wurden.

Klar kann passieren. Aber was ich mir gewunschen hätte, wäre, dass sie das mit mir besprechen. Auch verärgert. Stattdessen kam ein Mail an die Chefin.

Hm.

Ich habe mit den betroffenen Eltern das Gespräch gesucht und werde auch die Aushänge beim nächsten Mal übersichtlicher gestalten, aber ein kleiner saurer Beigeschmack bleibt, da ich jedesmal beim Elternabend erkläre wie sehr ich mir wünschen würde, dass die Eltern bei Schwierigkeiten zu mir kommen – auch wenn es ihr gutes Recht ist sich an die Chefin zu wenden. Trotzdem fände ich es ein gutes Zeichen im Sinne einer Bildungspartnerschaft, dass den Kindern vorgelebt wird Schwierigkeiten selbst anzugehen, auch wenn es unangenehm ist und nicht als erstes andere die Dinge ansprechen zu lassen.

Nun ja. Jetzt wird das mal abgehakt und beim nächsten Elternabend werde ich das vielleicht eindringlicher erklären – vielleicht auch mit einem Beispiel von den Kindern. Dazu fällt mir dieses eine Wort ein. Dieses eine welche sich die Kinder gegenseitig an den Kopf werfen, wenn eines im Streitfall zu mir kommt…wie war das noch gleich…

 

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Manchmal weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll..

Dienstag Nachmittag hatte ich ein spannendes Gespräch mit einem 3-jährigen Mädchen…

„Ich sag zu meiner Oma immer blöd!“

„Wie bitte? Aber warum denn?“

„Naja, weil ich das einfach sage… ich mag sie eben nicht besonders.“

„Gibt es dafür einen bestimmten Grund?“

„Nein, einfach so halt“

„Weißt du.. sie gibt mir nie wirkliche Antworten auf was ich frage.. hm… ich glaube, es liegt möglicherweise daran!“

Bevor ich ihr antworten konnte, hüpfte sie schon wieder fröhlich davon.

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Start in die Woche und freue mich schon auf weitere Diskussionen, Anekdoten und Schmunzler aus der Praxis.

So ist das also auf der anderen Seite der Tür…

Auf einer meiner Suchen nach spannenden Artikeln bin ich über folgenden Blogartikel gestolpert:

Morgens im Kindergarten – Bullshitbingo

Ich versuche mich immer möglichst rauszuhalten aus dem Geschehen in der Garderobe aber ich muss sagen, dass es bei uns nur wenige Kinder gibt bei denen sich die Ankunftszeit wie im Blog beschrieben abspielt. So drei/vier fallen mir da adhoc ein. Was mir allerdings auffällt (ganz besonders zwischen September und Dezember) sind die Eltern die sich nicht lösen können/wollen. Vermutlich fällt mir das mehr auf, weil ich es nicht so sehr verstehe und ein kleines bisschen amüsant finde 🙂

Da wäre mein Bullshitbingo folgendes:

bullshitbingo

Vielleicht kommt das auch jemandem bekannt vor 😀

Hierher Leute!

Manchmal komm ich mir vor wie eine Tierpflegerin. Und zwar zum Beispiel wenn wir auf Ausflug sind. Es ist immer ein großes Erlebniss für uns alle aber bei den Kindern zeigt sich das natürlich deutlicher:

Wenn dann um die 24 Kinder wie ein Haufen aufgescheuchter Vögel in Zweierreihe gehen und nach links und nach rechts deuten und dabei nicht mehr sehen wo sie denn jetzt genau hingehen, dann kommt mir hin und wieder das schmunzeln. (Solange sie bei der Ampel und bei Zebrastreifen zumindest fokussiert sind)

Auch bei Kommandos – das antrainieren einer Gruppe auf ein Symbol, sei es akkustisch oder visuell, ist wirklich als würde ich einen Haufen Tiger darauf vorbereiten, dass ich demnächst meinen Kopf in sein Maul legen werde. Es ist ein konstanter Wechsel von üben – loben – üben – nochmal drüber reden – wieder üben.

Manchmal ist es auch ein wenig so, als würde ich ein großes Stück Fleisch vor der Nase eines Dinosauriers wedeln und ihm sagen er darf nicht zubeißen und wenn er es dann doch tut ärgere ich mich und verstehs nicht – ist natürlich nichts anderes bei mir: Im technischen Museum will ich auch alles angreifen und das Verbotsschild hält mich selten auf. Wenn mich dann wer drauf anspricht und sich ärgert, dann denk ich mir auch: Hey, nur durch angreifen kann ich was wirklich begreifen. Aber hauptsache die Kinder machen mich hin und wieder fuchsig damit wenn sie mit ihren Fingern wirklich üüüüüüüüberall reingreifen um „zu schauen“ was das jetzt sei,

Also ich und mein Haufen Wildkatzen haben oft sehr viel Spaß miteinander und ich bin mir sicher sie sehen mich auch oft als brummiges Walroß oder schnatternde Gans 😀

Ich hab ihm eh in der früh ein bisschen Nureflex geben…

Ich weiß schon gar nicht mehr wie ich auf diesen Satz reagieren soll. Oder auch auf Bemerkungen wie: „Ja vorgestern mussten wir ins Krankenhaus fahren weil sie nichts gegessen hat und so hohes Fieber hatte. Aber heute kann sie schon wieder in den Kindergarten. Sie will auch unbedingt.“ oder: „Nachdem ich sie geholt hab, hat er dann gar nicht mehr gespieben und ist gleich eingeschlafen. Deswegen kann ich sie heute ja schon wieder bringen. Ich hab auch einen Termin.“

Ich mache da keine Unterschiede zwischen Vater und Mutter – beide sollten sich dafür verantwortlich fühlen ein krankes Kind nicht und auch nicht zu früh in den Kindergarten zu bringen. Wir mussten die letzten Wochen fast täglich Eltern anrufen, dass ihr Kind Fieber hat und sie es bitte holen müssen. Ich kam mir vor wie auf einer Krankenstation und wusste nicht mehr wo ich die Kinder hinlegen sollte, dass es ihnen gut geht, sie sich wohlfühlen aber potenziell auch die wenigsten anderen anstecken.

Klar ist mir bewusst, dass sich die Eltern nicht auf Verdacht Pflegeurlaub nehmen können aber die Problematik geht weiter als der eigene Kreis. Es bleibt dann nämlich meistens nicht bei dem einen Kind und damit müssen sich immer mehr und immer mehr Eltern Pflegeurlaub nehmen. Oft geht es dann auch aufs Personal über – vor allem wenn jemand dabei ist die, so anfällig ist wie ich das bin.

Auch dem eigenen Kind gegenüber finde ich es nicht fair – im Kindergarten, kann es weder genügend Ruhe noch Zuwendung erfahren. Leider haben Eltern wenig Verständnis wenn ich sie darauf anspreche – und natürlich ist immer die eigene Wirklichkeit am wichtigsten. Aber wie sollen die Kinder lernen auf andere Rücksicht zu nehmen wenn es ihnen so viele Eltern immer weniger vorleben.

Als etwas versöhnender Abschluß möchte ich hinzufügen, dass diese Geschichten zwar sehr viele aber nicht alle Eltern betreffen. Und die mit denen ich offen über mein Unverständnis sprechen kann, denen bin ich sehr dankbar und widme ihnen diese humoristische Darstellung meines Problems:

Lautstärke in der Gruppe

Die Semesterferien waren perfekt um die Ohren zu erholen…aber jetzt gehts wieder los – das Dilemma.

Konkret gehts um folgendes: Kinder sind nun mal laut aber größere Menschen sind nun mal, ab einer gewissen Grenze, lärmempfindlich und dadurch gereizter.

Letztes Jahr hatten wir eine besonders laute Gruppe – da gab es Kinder mit denen konnte ich fast nicht reden ohne mir die Ohren dabei zu zu halten und selbst dann waren sie noch ungewöhnlich laut. Natürlich hatte das ganze mit einfach einer lauten Stimme und teilweise auch mit einem besonderen Geltungsbedürfnis zu tun aber manchmal  – sie wissen schon – wäre ich gerne davongelaufen und hätte am Weg weg alle Türen hinter mir zugeknallt das ich nur ja nichts mehr höre.

Nun versuche ich alles mögliche: Umstellen und Spielbereiche so zu arrangieren, dass die Lautstärke möglichst wenig transportiert wird. Den Kindern nahe zu bringen möglichst leise miteinander zu sprechen. Bewusst ruhige Angebote anbieten. Ganz viel Möglichkeiten zur Bewegung anbieten. Besonders laute Kinder auch mal anderweitig zu beschäftigen – wenig hilft. Es wird einfach immer wieder laut.

Ich will den Kindern natürlich nicht ihr Recht auf lautes Spiel absprechen – aber irgendwo muss ich auch beginnen auf mich und meine Kollegin zu achten.

Meine nächsten Schritte sind auf jeden Fall mehr Teppiche – eine Lärmschutzmessung – Lärmschutz an den Wänden und Recherche für weitere Maßnahmen.

Außerdem wird weiterhin mein bereits bekanntes: „Das ist sehr spannend mein/e Liebe/r; aber deswegen musst du mir nicht ins Ohr schreien.“ allen Kindern auf die Nerven gehen.

Ich halte euch am laufenden und wenn schon jemand funktionierende Tipps und Strategien hat: Immer her damit!!

Eltern habens auch nicht immer leicht

War eine Aussage meiner Kollegin, als ich mich wieder einmal über etwas ärgerlich geäußert habe.

Nach ihrer kurzen Erklärung bleibt mir leider nichts anderes übrig als ihr recht zu geben…

Dabei geht es um folgendes:

Manche Eltern kommen gerne sehr knapp. Sehr, sehr knapp…und unsere Bildungszeit dauert auch nicht sehr lang – Und nachdem ich den Kindern auch sehr viele Raum zum freien Spiel lassen möchte, kann das schonmal alles sehr eng werden. Wenn dann auch noch Eltern nach der vereinbarten Bringzeit kommen, kann mich das schon zur Weißglut treiben (vor allem weil es auch genug Eltern gibt die meinen es wäre kein Problem wenn sie hin und wiede zu spät kämen; dass wenn alle so denken es keinen einzigen Tag gibt an dem wir alle Kinder pünktlich in der Gruppe haben, an das denkt niemand). Das ist der eine Teil bei dem ich oft mit Eltern diskutiere. Ein zweiter ist, das abholen – da gibts zu früh, also noch beim Mittagessen oder kurz danach wenn wir zusammen sitzen und über das Nachmittagsprogramm sprechen, oder zu spät, zum Beispiel mitten in der Jause wenn davor ausgemacht ist und die Kinder dann etwas verloren herumstehen weil mit jausnen wollen sie auch nicht. Oder wenn der Kindergarten genau um die Uhrzeit schon schließt.  Dann gibt es auch noch Eltern die ihre Kinder an vielen Tagen aus spannenden Gründen zu hause lassen: zu lange geschlafen, will heute nicht, Oma kommt am Nachmittag zu Besuch (so wurde mir das wirklich gesagt).

Jetzt sind meine Wünsche wenn ich mir das so anschaue: Nicht zu spät bringen aber auch nicht zu früh, weil wenn wer vor den Öffnungszeiten schon vor der Tür steht und ich noch etwas zu erledigen habe will ich auch nicht aufmachen – nicht zu lange lassen aber auch nicht überhaupt nicht bringen…

Ja. Eltern habens auch manchmal schwer – und ich darf mich nicht darüber aufregen wenn eine Bezugsperson nicht für alle 25 anderen mitdenkt. Das erkläre ich dann schon 🙂

Elternmund_zu spät