Das wars dann mal

Geschätzte Leser und Leserinnen,

Ich habe für mich beschlossen einen anderen Weg zu suchen mit den Schwierigkeiten in der Elementarpädagogik umzugehen. Wenn ich auch gerne schreibe, war und ist es immer sehr mühsam für mich mein persönliches Wesen hinter einem Synonym zu verstecken und auf die Anonymisierung zu achten.

Deshalb begebe ich mich auf die Suche nach einer Möglichkeit ohne Synonym arbeiten zu können. Diesen Blog lege ich als Lernerfahrung und damit als wundervolle Zeit zur Seite. Die zugehörige Facebookpage BlackBoxKindergarten werde ich weiter betreiben, da sie um einiges weniger Aufwand benötigt aber auch zum Austausch über Elementarpädagogik beitragen kann.

Vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren, ich wünsche Ihnen allen viel Erfolg für die Ideen und Wünsche die Sie verfolgen und freue mich dass Sie mich ein Stück begleitet haben,

liebe Grüße,

eine Elementarpädagogin

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Zeit für Ruhe

Dieser erste Teil des (Kindergarten) Jahres war ziemlich stressig bei uns – hauptsächlich wars der ganz normale  Kindergartenwahnsinn, aber dazu kamen noch einige Gedanken über Sinn und Unsinn sich in diesem Bereich nebenberuflich zu engagieren und dann auch noch die Fragen wie das ganze produktiv angegangen werden kann.

Um mich zu sammeln und zu überlegen wie ich gerne konkret weitermachen würde, lege ich eine kreative Schreibpause bis zum 2. Jänner ein.

Vielen Dank fürs mitlesen und die netten Kommentare on- und offline.

Ich wünsche allen einen tollen Jahresausklang und einen guten Start in die neuen Zahlen!

PS: Auf Facebook gibts hin und wieder trotzdem ein paar Artikel und kurze Gedanken 😉

Bastelarbeitsbashing

Schablonenarbeit. Ja? Nein? Auf keinen Fall! Sicher, da wird allerhand geschult!

Dieses Thema wird in diversen Facebook Foren viel diskutiert und teilweise auf einem Niveau, dass es mit dem von PolitikerInnen aufnehmen kann.

Ich oute mich jetzt mal und schaue was passiert: Wir machen auch hin und wieder vorbereitete Schablonenarbeiten.

Und ich kann es mit gutem Gewissen vertreten. Die Kinder lernen feine motorische Tätigkeiten, sie konzentrieren sich sehr weil sie sich wünschen ihre Version möge ungefähr so aussehen wie der Prototyp (natürlich gibt es die Möglichkeit den ganz eigenen Handabdruck bei allen Werken in irgendeiner Art und Weise zu hinterlassen – trotzdem orientieren sich die Kinder gern am hergestellten Vorbild), sie haben die Möglichkeit sich auch mal nichts suchen zu müssen wenn ihnen mein: Langeweile fördert die Kreativität – Spruch auf die Nerven geht und last but not least ist es immer noch so, dass sich viele Eltern wünschen, dass gerade die Fertigkeiten die für die Schule gebraucht werden auch sichtbar geübt werden. Das sind nun mal: Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer und Feinmotorik.

Natürlich könnte ich das auch ganz individuell auf die Wünsche und Ideen des einzelnen Kindes angepasst machen – wenn die Zeit dafür wäre mit 25 Kindern zu besprechen ob, was und wie sie gerne kreativ gestalten würden. Abgesehen davon halte ich es für einige Kinder überfordernd neben der täglichen Arbeit an ihren sozialen und sprachlichen Kompetenzen dann auch noch diese Entscheidung treffen zu müssen. Die verantwortungslose Zeit der Kindheit soll in meinen Augen auch eine solche bleiben. Kinder die besondere Wünsche haben bringen diese von sich aus ein und ich bin mir sicher, dass sich manche auch einfach, wie oben schon erwähnt, auch mal berieseln lassen wollen. Warum auch nicht? Hab ich auch hin und wieder mal sehr gern 🙂

Was dabei unabdinglich bleibt ist das Prinzip der Freiwilligkeit. Wenn ein Kind nicht will, soll es nicht. Manchmal fällt es uns schwer, dies dann nicht als persönliche Beleidigung aufzunehmen weil wir ja viel Arbeit in die Aktivität gesteckt haben – trotzdem ist es immer wichtig sich in solch einem Moment zurück zu nehmen. Vielleicht, wenns grad passt, haken wir nach, warum das Kind nicht möchte, manchmal aber auch nicht. Meine Erfahrung dabei: Die meisten Kinder können es nicht erwarten eines der für sie vorbereiteten Werkstücke zu bearbeiten.

Während manche Pädagoginnen meinen, dies wäre weil wir sie ja in diese Richtung konditionieren – die vorgebauten Werke würden mehr gelobt werden und bekämen mehr Beachtung – dem kann ich in unserem Fall entgegensetzen: Auch selbst gestaltete Werke direkt von der Werkbank, erhalten bei uns verbalen Beifall und werden nach Wunsch ausgestellt. Ich sehe es als Wertschätzung den Kindern gegenüber, das ich ihnen auch mal etwas vorbereite dem sie einfach Schritt für Schritt nachgehen können. Als Ausgleich dazu haben die Kinder sehr viel Material, dass sie auch nach eigenen Ideen gestalten und verwerken können und auch da bieten wir gerne Unterstützung an. Die gelernten handwerklichen Tätigkeiten von der Schablonenarbeit können sie dabei gleich austesten und vertiefen.

Es geistert auch gerade ein Post auf Facebook (Link )in dem sich eine Mutter wünscht, die PädagogInnen mögen doch mehr hinausgehen und weniger basteln. Ja – wir gehen sehr gerne hinaus aber auch die Kinder mögen nicht immer. Wir sind mitten in der Stadt und unsere Spielfächen bereits bekannt – wenn herinnen ein Spiel für eine Gruppe spannender ist und ich den anderen ein kreatives Angebot zur Verfügung stellen kann – warum auch nicht mal einen Tag in der Gruppe bleiben. Im Grunde sollte es langsam zu einer Selbstverständlichkeit werden, dass wir in der Elementarpädagogik gut ausgebildetes Personal einsetzen können, dass sich an den Bedürfnissen der Kinder orientiert aber auch über genügend Fachwissen verfügt um zu erkennen wann auch angeleitete Angebote Platz haben.

Als Abschluß möchte ich sagen: sowohl angeleitetes als auch freies gestalten haben ihre Vor- und Nachteile und verdienen ein gewisses Maß an Wertschätzung.

 

Was so manche Menschen von sich schreiben…

Meistens bin ich stille Mitleserin. Sowohl in den unterschiedlichsten Facebook Gruppen bei denen sich verschiedenste Menschen wegen Kleinigkeiten einander beleidigen als auch bei vielen Artikeln die hauptsächlich aus Eigenmeinungen bestehen. So wie ja auch mein Blog.

Aber manchmal… manchmal platzt aus mir ein Schreikrampf der in einen Schreibkrampf umgewandelt werden will. Natürlich frage ich mich dann ob ich den betreffenden Artikel wirklich kommentieren und teilen soll nur um ihm noch größere Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen – aber bei der momentanen Reichweite fällt dieses Argument noch sehr wenig ins Gesicht.

Lange Rede, auf zum betroffenen Artikel:

Betrachtungen aus der Kampfzone Kita

Ein Vater schreibt wie sich Menschen die ihre Kinder in Fremdbetreuung geben (müssen) gegenseitig schlecht machen und wie wenig ihn das tangiert.

Abgesehen davon, dass dieser Mensch die Lernerfahrungen die ein Kind macht wenn es mit einer Bezugsperson den „normalen“ alltäglichen Tätigkeiten nachgeht vollkommen bagatellisiert, hat mich diese Aussage zum schreiben gebracht:

Dabei war meine Erfahrung: je später der Nachmittag, desto mehr Erzieher, die das Kind bespaßen können.

Vielen Dank für die Abwertung meines Berufsbildes und ganz ehrlich: Wenn alle Eltern, dass so sehen haben wir am Nachmittag immer mehr Kinder zu „bespaßen“ und damit immer mehr Betreuungspersonal, dass irgenwann die Nerven wegschmeißt und im besten Fall den Job wechselt.

Alles in allem ein absolut furchtbarer Artikel.

Wir sparen am falschen Platz

Vor einiger Zeit gabs im Blog einen Beitrag über unsere großartigen pädagogischen Assistentinnen, daran möchte ich heute anknüpfen.
Wir führen gemeinsam mit ihnen unsere Gruppen, sie übernehmen teilweise eigene Projekte, unterstützen und beobachten die Entwicklung der Kinder im Alltag und sind somit gleichermaßen Bildungspartnerinnen der Kinder. Wenn ich nicht in der Gruppe bin, dann habe ich die Gewissheit, dass mein Programm weitergeführt wird. Auch die Eltern schätzen die Arbeit unserer pädagogischen Assistentinnen sehr und sehen sie als gleichwertige Ansprechpartnerinnen an.

Wenn ich nicht anwesend bin und sie meine Arbeit zusätzlich zu ihrer übernimmt, dann gehört das in meinen Augen auch angemessen honoriert. Wenn schon nicht monetär, dann zumindest in Form von Vorbereitungszeit – und wenn das nicht gegeben wird, dann sollte sie genügend Unterstützung durch SpringerInnen bekommen. Alles andere grenzt für mich an Ausbeutung.

Wir können froh sein, dass es trotz all den Umständen noch so engagiertes Kindergartenpersonal gibt, denen die Entwicklung der Kinder wirklich am Herzen liegt. Menschen, die teilweise ihre Freizeit nutzen, um sich auf den kommenden Tag vorzubereiten.

Wir bewegen uns in einem elementaren Feld der Pädagogik, wo man man meiner Meinung nach nicht sparen sollte, schon gar nicht bei den Menschen, die so kompetent und genau ihrer Arbeit nachgehen. Adolf Haslinger, ein österreichischer Hochschullehrer und Hochschulleiter, hat zum Thema Bildung einen sehr treffenden Satz formuliert: „Wer an der Jugend spart, wird in Zukunft verarmen“ 

 

Wieder was gefunden :D

Also bis auf die Kita – Kleidung (die bei uns Kindergarten Kleidung wäre) stimme ich vollkommen zu.

Wobei ich mit meiner Traum Kollegin doch sehr viele Punkte für unsere Gruppe auch erfüllen kann.

 Ich träume von einem Kitasystem (wenn ich überhaupt von einem

träume😉 ),

in dem es nur einmal im Jahr einen Elternabend gibt

in dem nur Entwicklungsgespräche mit den Eltern geführt werden, wenn es auch wirklich einen wichtigen Anlass gibt

in dem es im Jahr eine überschaubare Anzahl an Attraktionen und Aktivitäten gibt

in dem die Kinder einen Großteil des Tages draußen sind

in dem die Kinder qualitativ gutes Essen bekommen

in dem die Kinder sich entsprechend ihrem Tempo entwickeln dürfen

in dem die Kinder alle die gleiche Kita-Kleidung tragen (wie eine Schuluniform), die zur Verfügung gestellt wird

in dem die Erzieher nicht den Druck haben, jeden einzelnen Tag etwas „Tolles“ mit den Kindern machen zu müssen

in dem die Kitas genug Geld für Renovierungen und Gartenarbeiten haben

in dem die Erzieher nicht den Wahnsinn eines ganzen übertriebenen Systems ausbaden müssen

in dem die Erzieher mehr Zeit für Bindung haben (nach dem Motto: „Erst Bindung, dann Bildung!“)

und vielleicht träumen manche Erzieher ja ebenfalls davon.

über Man darf doch mal träumen – II — marasgedanken

Und sie wissen doch was wir tun…

Es ist mal wieder an der Zeit, um ein großes DANKE an jene Eltern auszusprechen, die wissen was hinter den Türen der Kindergärten tatsächlich passiert.
Vielleicht auch nicht nur, weil sie sehen was geleistet wird, sondern auch, weil sie hinter ihren PädagogInnen und pädagogischen AssistentInnen stehen und sich gemeinsam für faire Verhältnisse einsetzen.

Der Kindergartenalltag ist hinsichtlich der Eltern – PädagogInnen Beziehung ein Geben und Nehmen. Folgenden Satz habe ich vor einiger Zeit beim Vorbeigehen aufgeschnappt und er lässt mich heute noch mit einigen Fragezeichen über dem Kopf stehen, „Was dürfen die den vom Kindergarten Anforderungen stellen?! Ich bin hier immerhin Kunde!“
hm..
Zum Glück hatte eine Mutter, der ich heute noch dafür dankbar bin, sofort eine gute Antwort parat, „Also ich sehe mich nicht als Kunde, ich gebe jeden Tag mein Kind in die Hände von Menschen, die mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung die Entwicklung mit-bilden.“
Es ist unser Ziel, jedes einzelne Kind bestmöglich in dessen Entwicklung zu fördern und im Kontext der Gruppe dabei zu unterstützen sich in einem sozialen System zurecht zu finden. Damit wir diese Ziele erreichen können, benötigt es eine gute Kooperation mit den Eltern. Darunter fällt für mich unter anderem, das Einhalten von Abmachungen, das Lesen von Aushängen oder offenes Ansprechen von Anliegen.
….und dann gibts da noch die ganz Besonderen, solche die uns durch so Aussagen wie oben unterstützen und stärken.  Oder jene, welchen es sogar im Abholtrubel auffällt, wenn aus Personalmangel wieder mal jemand vom Kindergartenteam alleine in der Gruppe steht. Das sind bei uns dann auch meist die Eltern, die sehr wohl anschließend bei der Leitung die Situation hinterfragen und hinter ihrer Gruppe stehen. Das ist für mich Öffentlichkeitsarbeit. Das ist für mich ein Schritt in die richtige Richtung und dafür möchte ich sagen:

Von Herzen Danke! 🙂